Rechenschaftsbericht Januar 2015

Download: Rechenschaftsbericht 2014 mit Ranking Bisoro

Albstadt, im Januar 2015
Sehr geehrte Spender, liebe Freunde von Bisoro,

am Jahresende pflegen wir als Bisoro-Organisatoren Rückschau zu halten. 2014 konnten wir das Investitionsniveau, welches wir ein Jahr zuvor vorgelegt hatten, nicht halten, weil wir erst wieder genug Finanzmittel ansparen mussten. Ein gutes halbes Jahr Wartezeit für ein aufwändiges Projekt ergab sich auch deshalb, weil der Bundeshaushalt 2014 erst im Juni verabschiedet wurde. Danach dauerte es noch einmal 2 Monate bis wieder Subventionsmittel beim BMZ zur Verfügung standen. So erhielten wir die erste Rate einer Subvention erst im Oktober 2014. Dennoch können wir auf das Erreichte mit Genugtuung zurück blicken.

Was konnte erreicht werden?

Projekt 1

Mit einer Subvention der Landesstiftung Baden-Württemberg in Höhe von 15.000 € und Eigenmitteln aus privaten Spenden ( also von Ihnen, liebe Spender !) in gleicher Höhe, konnten wir in Abstimmung mit dem Projektträger AFEBI (Association des FEmmes de BIsoro) ein Projekt starten, welches den Menschen in Bisoro zum ersten Mal ermöglicht, ein kleines Zusatzeinkommen zu verdienen. Dazu haben sich die verschiedenen Alphabetisierungsklassen (seit 2007 insgesamt 150 Klassen) zusammen getan und eine Genossenschaft gebildet. Wer in eine solche Genossenschaft aufgenommen werden will, muss ein kleines Startkapital in Höhe von 500 Fbu = 25 Cent einzahlen. Dabei muss man sich verpflichten, bei der Produktion von Gütern oder bei deren Verkauf mitzuwirken. Insgesamt befassen sich die Genossenschaften mit der Herstellung und dem Verkauf von Agrarprodukten. Das Know-how dazu ist längst vorhanden. Auch die Aufzucht und das Halten von Ziegen gehören dazu, wird hier doch die wertvolle Ziegenmilch gewonnen. Dazu mussten zunächst 15 Gemeinschaftsställe gebaut, Felder für Futtermittel angelegt, und endlich im Oktober 650 Ziegen eingekauft werden, die jetzt gefüttert sowie Tag und Nacht wegen Diebstahlgefahr bewacht werden müssen.

rundbrief Januar 2015_1rundbrief Januar 2015_2
Natürlich sind dabei Arbeitszeitkonten zu führen, ferner ist eine solide Buchhaltung einzurichten. Das ist für die Neualphabetisierten schon ein Berg, wobei wir gerade nachdenken, wie man eine entsprechende Fortbildung organisieren kann.

Projekt 2: Internat für Berufschüler

Begabte Auszubildende der im letzten Jahr gegründeten Berufsschule haben einen Schulweg zu Fuß bis zu 20 km zurückzulegen. Das bedeutet für sie 40 km/Tag Fußmarsch. Die Lösung konnte nur ein Internat sein, dessen Detailplanung die Zeit füllte bis das BMZ die erhoffte Zusage mitteilte. Baubeginn war Anfang September 2014 . Bezugstermin für maximal 60 Auszubildende ist August 2015. Die kalkulierten Investitionskosten für je einen Schlaftrakt mit Sanitäreinrichtungen zur Unterbringung von 30 Mädchen und 30 Jungs, einem Speisesaal mit Küchentrakt und einem Seminarraum mit 20 Arbeitsplätzen liegen bei 950.000 €, wovon der Bund etwa 557.905 € subventionierte. Ca. 311.000 € trugen die Burundis bei, mehrheitlich mit praktischen Eigenleistungen. Der Rest wurde über private Spenden aus Albstadt und Umgebung – also letztlich von Ihnen – finanziert.

rundbrief Januar 2015_6

rundbrief Januar 2015_5

rundbrief Januar 2015_4

Projekt 3: Trinkwasser für die Grundschule Rutega

Ein Drittel der Unterrichtszeit wird in den Grundschulen benötigt, um Hygienemaßnahmen zu vermitteln. Vor allem gilt es, die Kinder anzuleiten, genügend Wasser zu trinken. Praktisch ist das ein großes Problem, weil das vorhandene Wasser fäkalienbelastet ist. Ein erster Versuch, sauberes Trinkwasser mit einer Widderpumpe ( die mit der Energie von Laufwasser arbeitet und keinen Stromanschluss benötigt), anzubieten, ist dem Senior-Experten Hans Rauscher in Bisoro geglückt. Ein solches Verfahren ist im Bergland mit ausreichendem Wasserangebot einsetzbar (der Hohenzollern wird z. B. über eine Widderpumpe mit Trinkwasser versorgt). Bisoro befindet sich im burundischen Bergland und die Bedingungen sind erfüllt. Es ist die erste Pumpe dieser Art in Burundi, vermutlich in ganz Afrika. Die Berufsschüler lernen gerade, wie man ein solches Gerät installieren muss. Man kann damit Höhenunterschiede bei entsprechender Schüttungsmenge einer Quelle bis zu 300 m überwinden, in Bisoro sind das nur zwischen 60 und 120 m zu. In der Schule in Rutega mit 12 Klassen und ca. 600 Schülern, sind die Schüler mit ausreichend frischem Trinkwasser versorgt und sie können nun dem Unterricht der Lehrer konzentrierter folgen.

rundbrief Januar 2015_8

rundbrief Januar 2015_7

rundbrief Januar 2015_9

Die Pumpe ist sehr servicearm und liefert permanent Tag und Nacht 3 l sauberes Quellwasser pro Minute in das vorhandene Reservoir. Das reicht auch noch für die Nachbarschaft der Umgebung.

Ehrung für Bisoro

Die Gemeinde Bisoro hat am Jahresende 2014 eine besondere Ehrung erfahren

Eine Jury des burundischen Innenministeriums hat die Verwaltungs- und Gemeinschaftsleistungen aller Gemeinden überprüft. Bisoro hat dabei 99% der erreichbaren Punkte erhalten und landesweit im Ranking den 1. Platz eingenommen.

Eine angesehene Zeitung, Le Renouveau“ in Burundi hat darüber berichtet. So sieht ihr Originalbericht aus:

rundbrief Januar 2015_11